Ein sehr authentischer und lehrreicher Roman über Esstörungen.
[unbezahlte Werbung – Rezensionsexemplar]
Heute möchte ich euch endlich den achten Band der Buchreihe „Sternenmeer“ von Lea-Sophie Schwarzat vorstellen. „Das Dunkle meiner Gedanken“ ist ein Roman über Essstörungen, der meiner Meinung nach sehr authentisch und feinfühlig umgesetzt wurde.
“Annabell hatte es noch nie leicht. Sie passt einfach nicht in das Bild ihrer Eltern, weshalb diese sie mit zwölf Jahren auf das Internat „Sternenmeer“ schicken. Alles soll besser werden, doch mit den Jahren rutscht Annabell immer weiter ab. Als sie sich dann auch noch in Lotta verliebt und ihre ältere Schwester ein FSJ an der Schule macht, gerät Annabells Leben komplett durcheinander.
Sprüche der Mitschüler, Abneigung der eigenen Eltern und Unzufriedenheit mit dem eigenen Körper bringen Annabell an ihre Grenzen. Sie greift zu Mitteln, die ihr mehr schaden als helfen. Wird Annabell diesen Teufelskreis verlassen? Kann sie sich endlich öffnen? Wird Annabell wieder zu sich selbst finden und glücklich werden?”
Ich konnte Annabells Gedankenkarussell und ihren inneren Kampf hervorragend nachvollziehen. Ich konnte Annabells schrittweise Abwärtsspirale auf dem Internat tief nachempfinden, genauso wie die verletzenden Sprüche ihrer Mitschüler und die Ablehnung ihrer Eltern. Lotta und Annabell sind beide liebevoll gezeichnete Charaktere, in deren Entwicklung ich vollkommen abgetaucht bin.
Allerdings zog sich der Roman stellenweise, weil der Fokus fast ausschließlich auf Annabells Gedanken lag und die Handlungspunkte spärlich gestreut wurden. Ich hätte es auch schöner gefunden, aktiv dabei sein zu können, mitzufühlen, was sie körperlich fühlt. Mir fehlte diesbezüglich das altbekannte Show don´t tell. Die eingebaute queere Liebesgeschichte zwischen Annabell und Lotta wirkte mir zu aufgesetzt. Ich hätte der engen Mädelsfreundschaft mehr Tiefe zugetraut, ohne dass daraus eine Romanze entstehen muss. Gerade diese intensiven Freundschafts-Momente hätte ich mir noch stärker gewünscht.
Trotz dieser kleinen Kritikpunkte ist „Das Dunkle meiner Gedanken“ ein wichtiges Buch, das Essstörungen sensibel beleuchtet und Betroffenen wie Angehörigen Mut machen kann. Ich vergebe daher vier von fünf Sternen und freue mich schon sehr darauf, die restlichen Bände der Reihe zu entdecken.
Wie wichtig findest du es, dass Bücher psychische Erkrankungen nicht beschönigen, sondern ehrlich zeigen, wie schleichend sie entstehen?
